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Arbeitsplatz bei ATMINA: Entwicklung an zwei Bildschirmen

HALTUNG

Ein Agent ist ein neuer Kollege

Die wichtigste Entscheidung war keine technische. Wir behandeln einen KI-Agenten wie einen neuen Mitarbeiter: Er bekommt einen Namen, eine klare Rolle und eine Einarbeitung. Er kann schon viel, aber seine Gewohnheiten hat er woanders gelernt. Also zeigen wir ihm, wie wir arbeiten, welche Begriffe in einem Projekt gelten und welche Altlasten er nicht übernehmen soll.

Macht er einen Fehler, erklären wir ihm, warum. Wie bei einem Kollegen, nur dass die Erklärung dauerhaft bleibt: in Regeln, Skills und Projektdateien, die jeder Agent beim Start liest. So fängt niemand in jeder neuen Sitzung wieder bei null an. Ein Review-Agent kennt ein Projekt nach hundert Reviews besser als am ersten Tag. Das ist der eigentliche Hebel.

SO LÄUFT EIN TICKET MIT AGENT

Vom Ticket zum Merge Request

Ein Beispiel aus unserem Alltag

Ein Wert in einem Kundenportal sollte von 80 auf 115 Tage steigen, in zwei Systemen gleichzeitig. Der Agent hat beide Änderungen umgesetzt, die Pipelines liefen grün, nach wenigen Minuten lagen zwei fertige Merge Requests bereit.

Ein Entwickler prüft und gibt frei, den Code angefasst hat er nicht. Bei kleinen, klaren Tickets ist das heute Alltag. Bei großen bleibt der Mensch näher dran.

LEITPLANKEN

Regeln, die kein Agent umgehen kann

Prüfen statt bitten

Was früher als Bitte im Prompt stand, prüfen jetzt Linter und statische Codeanalyse. Über Hooks läuft das bei jedem Schritt des Agenten mit.

Schnelle Tests

Ein End-to-End-Test läuft schon mal 40 Minuten. Integrationstests geben dem Agenten in Sekunden Rückmeldung, deshalb bauen wir sie aus.

Eigene Runner

Lange Testläufe bekommen eigene Pipeline-Runner. So blockieren sie niemanden, der gerade etwas ausliefern will.

Kennzahlen im Merge Request

Testabdeckung und Komplexität der Änderung stehen direkt im Merge Request. Der Reviewer sieht auf einen Blick, wo er genau hinschaut.

Jeder Agent braucht seine eigene Kiste

Ein Agent, der viel darf, kann auch viel kaputt machen. Deshalb bekommt jeder Agent nur das, was er für seine Aufgabe braucht.

Das Problem

Ein Agent arbeitet mit den Rechten des Menschen, der ihn startet. Er sieht dieselben Server, Zugänge und VPNs.

Und zwei Projekte auf einem Rechner kommen sich in die Quere: gleiche Ports, gleiche Docker-Netzwerke, verschiedene VPNs.

Unser Ansatz

Jeder Agent bekommt pro Branch eine eigene kleine virtuelle Maschine mit genau dem, was er für die Aufgabe braucht.

Ist der Branch gemerged, wird die Maschine weggeworfen. So laufen viele Aufgaben parallel, ohne sich zu stören.

SO BAUEN WIR DAS

Eine Micro-VM pro Branch

Auf einem zentralen Server startet ein Broker auf Anfrage eine leichtgewichtige virtuelle Maschine mit Firecracker. Welche Werkzeuge darin stecken, ob Flutter, .NET oder Node, beschreibt jedes Projekt selbst in einer Nix-Konfiguration im eigenen Repository.

So ist jede Umgebung reproduzierbar und schnell bereit. Nach dem Merge verschwindet sie wieder. Diesen Baustein bauen wir gerade.

Schaubild: Ein Broker startet pro Branch eine eigene Micro-VM mit Flutter, .NET oder Node und einem Agenten, nach dem Merge wird die Maschine weggeworfen
Schaubild: Zugangsdaten kommen einmalig beim Aufbau aus dem Secrets-Manager, der Agent arbeitet mit eigenem Git-Zugang und nur nötigen Rechten, Produktivsysteme, Zugangsdaten und Kundendaten sind tabu

Zugangsdaten bleiben draußen

Zugangsdaten holt sich die Maschine beim Aufbau einmalig aus unserem zentralen Secrets-Manager, danach ist der Zugang wieder weg. Der Agent selbst kommt nicht heran.

Er arbeitet mit eigenem Git-Zugang und genau den Rechten, die seine Aufgabe braucht. Produktivsysteme und Kundendaten sind für Agenten tabu.

WISSEN TEILEN

Blick in unseren Skill-Marktplatz

Findet einer von uns einen guten Weg, soll ihn jeder nutzen können. Dafür haben wir einen internen Marktplatz in GitLab. Wer dort einen Skill ablegt, macht ihn per Webhook automatisch für das ganze Team installierbar.

Ein Beispiel: unser Skill für das ERP SelectLine. Er bündelt, was wir aus mehreren Projekten über API, Datenbank und typische Fallstricke wissen. Evals prüfen, ob er tut, was er soll. Architekturentscheidungen halten wir zusätzlich als kurze Decision Records fest.

Schaubild: Unser interner Skill-Marktplatz in GitLab mit dem Skill für SelectLine, per git push und Webhook für das ganze Team installierbar, Evals prüfen den Skill

Was bei uns schiefging

Agenten machen Fehler, wie Menschen auch. Einer hat in einem älteren Projekt einen Begriff aus dem Altcode weiterverwendet, obwohl wir ihn ausdrücklich abgelöst hatten. Seine Begründung: Der vorhandene Code macht es doch auch so. Ein anderer wollte sich auf einen Server verbinden, nur weil wir über ein Problem dort gesprochen hatten. Er kam nicht weit. Beides hat uns gezeigt: Regeln gehören in Leitplanken, nicht nur in den Prompt.

Weißes ATMINA-A als Grafik

VERTRAUEN

Wie viel darf der Agent allein?

In der Sprintplanung schätzen wir nicht nur den Aufwand eines Tickets, sondern auch, wie weit es automatisch laufen darf. Das Vertrauen wächst mit jedem Ticket, genau wie bei einem neuen Kollegen.

KLEIN

Klare Änderung, gut getestet: Der Agent erledigt alles, ein Mensch gibt frei.

MITTEL

Der Agent baut, der Reviewer prüft Stichproben und schaut auf die Kennzahlen.

GROSS

Erst denken Menschen: Anforderungen, Architektur, Entscheidungen. Dann arbeitet der Agent zu.

TABU

Produktivsysteme, Zugangsdaten, Kundendaten. Da hat kein Agent etwas zu suchen.

WERKZEUGKASTEN

Womit wir arbeiten

Agenten

Claude Code MCP-Server Skills und Plugins Hooks

Code und Pipeline

GitLab und GitLab CI Eigene Runner Linter und statische Analyse Integrationstests

Umgebungen

Firecracker Micro-VMs Nix-Konfiguration Docker Secrets-Manager

Anbindungen

Ticketsystem Figma Decision Records Evals für Skills

Was Entwickler uns zuerst fragen

Häufige Fragen zu KI in der Entwicklung

Welche KI nutzt ATMINA in der Softwareentwicklung?

Im Alltag vor allem Claude Code, verbunden mit GitLab, unserem Ticketsystem und Figma. Regeln, Skills und Umgebungen gehören uns und funktionieren auch mit anderen Modellen.

Was ist ein Coding-Agent?

Eine KI, die nicht nur Code vorschlägt, sondern selbst arbeitet: Dateien ändern, Tests starten, Fehler lesen, nachbessern, einen Merge Request anlegen.

Sieht die KI unsere Daten oder Zugangsdaten?

Nein. Agenten arbeiten in abgeschotteten Umgebungen mit eigenen, eingeschränkten Zugängen. Produktivsysteme, Zugangsdaten und Kundendaten bleiben tabu.

Wer trägt die Verantwortung für den Code?

Wir. Jeder Merge Request wird von einem Entwickler geprüft und freigegeben. Die Verantwortung bleibt bei den Menschen, die Du kennst.

Wie prüft Ihr, was ein Agent gebaut hat?

Mit Tests, Linter und statischer Analyse bei jedem Schritt, einer Review-Checkliste im Merge Request und einem Review durch einen Menschen. Wie genau, hängt vom Ticket ab.

Wird Software dadurch günstiger?

Vieles wird schneller, vor allem kleine, klar beschriebene Aufgaben. Dadurch lohnen sich Vorhaben, die früher zu teuer waren. Was das für Dein Projekt heißt, klären wir im Erstgespräch.

Könnt Ihr das auch bei uns einführen?

Ja. Was hier steht, haben wir erst an uns selbst ausprobiert. Für Dein Team starten wir mit einem Visionsworkshop, mehr dazu unter KI im Unternehmen.

Wer steckt hinter ATMINA?

ATMINA Solutions GmbH aus Hannover, Theaterstraße 8. Wir entwickeln Apps, Portale, Backends und KI-Lösungen für den Mittelstand, für Energieversorger, Zoos und Verwaltung. Ansprechpartner: Rüdiger Schwertz, info@atmina.de, 0511 31014100.

Hast Du noch Fragen?

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