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Kommunal-App für Hameln-Pyrmont, Bürgerservice

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Eine Kommunal-App für Hameln-Pyrmont

Bürgerservice für die Hosentasche

Einen Führerschein verlängern, sich ummelden oder einen Termin im Bürgeramt machen kann ganz schön umständlich sein. Man hängt in der Warteschleife, sucht das richtige Formular und bekommt am Ende doch wieder einen Brief. Kennst Du das? Was wäre, wenn das alles einfach wäre?

Im Landkreis Hameln-Pyrmont im Süden Niedersachsens leben über 150.000 Menschen in acht Gemeinden. Digitalisierung gehört dort schon lange zur Zukunftsstrategie. Leicht ist das nicht. Hinter jedem Antrag steckt ein Fachverfahren, das sich oft von Bundesland zu Bundesland unterscheidet, und dahinter eine Behörde mit gewachsenen Abteilungen und Zuständigkeiten. Wir wollten Bürgerdienste trotzdem wirklich einfacher machen, für die Bürger und für die Verwaltung.

Die App bringt die Bürgerdienste dahin, wo die meisten von uns ohnehin sind: aufs Smartphone. Bürger stellen ihren Antrag digital, werden Schritt für Schritt hindurchgeführt und sehen jederzeit, wie weit er ist. In der Verwaltung nimmt dieselbe App Arbeit ab. Abläufe werden sichtbarer, und wenn sich ein Prozess ändert, lässt er sich ohne großen technischen Aufwand anpassen.

Bürgerservice für die Hosentasche

Was wir erreichen wollten

Wir wollten den Kontakt zwischen Bürgern und Verwaltung einfacher machen. Datenschutz, IT-Sicherheit und der Alltag in der Verwaltung sollten dabei immer mitgedacht sein.

Dafür mussten wir erst verstehen, wie eine Verwaltung tickt. Wer darf welchen Antrag bearbeiten? Wie hängen die Abteilungen zusammen? Und welche Schritte braucht ein Antrag überhaupt?

Außerdem sollte die Lösung für jeden leicht zu bedienen sein, auch für Sachbearbeiter ohne IT-Hintergrund.

Zuhören lernen

Agil zu arbeiten ist in einer Behörde eine eigene Sache. Vieles läuft dort langsamer. Abstimmungen brauchen mehr Zeit, Zuständigkeiten sind nicht immer auf den ersten Blick klar, und manche Anforderung zeigt sich erst im Laufe des Projekts.

Wir sind kurze Wege und schnelle Runden gewohnt. Da mussten wir uns manchmal ganz schön umstellen.

Dazu kam, dass es nicht immer ein gemeinsames Bild davon gab, wo der Schuh eigentlich drückt. Das ist menschlich und in gewachsenen Organisationen ganz normal. Wir haben daraus gelernt, gut zuzuhören, die richtigen Fragen zu stellen und auch zwischen den Zeilen zu lesen. Am Ende hat uns das weitergebracht.

Das kann die App

Für die Verwaltung

Das Herzstück für die Verwaltung ist der Prozesseditor im Backoffice. Hier baut das Team einen Antrag aus einzelnen Schritten zusammen, per Drag & Drop, fast wie mit Bausteinen. Die verbundenen Schritte zeigen auf einen Blick, wie ein Antrag abläuft.

An jedem Schritt legt man fest, wer dran ist: der Bürger, ein externer Dienstleister oder ein Sachbearbeiter. Formulare lassen sich mit vielen Feldarten bauen, vom einfachen Textfeld über die digitale Unterschrift bis zum Passfoto. Auch Bezahlung, externe Schnittstellen, eigene Prüfregeln und Fachverfahren aus anderen Serviceportalen lassen sich einbinden.

Ein Rollen- und Rechtesystem sorgt dafür, dass jeder Sachbearbeiter nur sieht und bearbeitet, was für ihn vorgesehen ist. Vereine oder Dienstleister bekommen einen Gastzugang und tragen ihre Veranstaltungen oder Neuigkeiten selbst ein.

Für die Verwaltung
Für Bürgerinnen und Bürger

Für Bürgerinnen und Bürger

Für Bürger ist die App so gebaut, dass sich niemand allein gelassen fühlt. Sie führt Schritt für Schritt durch den Antrag, zeigt jederzeit den Bearbeitungsstand und sagt Bescheid, wenn noch ein Dokument fehlt.

Dazu bringt die App das Leben in der Gemeinde aufs Handy. Jeder stellt selbst ein, aus welcher Gemeinde er Neuigkeiten und Veranstaltungen sehen möchte. Eine Push-Nachricht erinnert an die nächste Müllabfuhr, und auf der Karte finden sich interessante Orte in der Umgebung.

Wer eine kaputte Straßenlaterne entdeckt, meldet sie direkt über die Karte. Die Meldung landet automatisch bei der zuständigen Stelle. So hat jeder ein bisschen Einfluss darauf, wie sein Ort aussieht.

Wer mag, speichert seine Daten im Profil. Dann füllt die App Anträge schon vor, verschlüsselt und ohne klassisches Login. Auch an Barrierefreiheit haben wir gedacht. Texte lassen sich zum Beispiel vergrößern oder vorlesen. So wird aus dem Gang zum Amt ein Griff in die Hosentasche, und darauf sind wir stolz.

Für die Techniker unter uns

Die Kommunal-App besteht aus vier Teilen: der mobilen App, dem Backoffice im Browser, einem Headless CMS für die Inhalte und dem Backend-Server. Externe Dienste liefern zum Beispiel News und Veranstaltungen zu.

Die App haben wir mit Flutter gebaut. Riverpod kümmert sich um den State, und die Karte zeichnet das Flutter Map Package.

Das Backoffice ist eine React-Webanwendung und spricht über eine GraphQL-Schnittstelle mit dem Backend. Jeder Prozess ist ein gerichteter Graph, und über sogenannte Expressions steuern wir, ob ein Pfad automatisch durchlaufen oder von Hand ausgelöst wird.

Die Inhalte pflegt das Team in Payload CMS, einem Headless CMS. Es holt sich auch selbst Daten aus Drittsystemen und bietet eine REST- und eine GraphQL-API an.

Das Backend ist ein .NET-Projekt in C# mit Entity Framework als ORM. Die GraphQL-API bauen wir mit HotChocolate im Implementation-first-Ansatz. Über Schema Stitching binden wir die API des CMS direkt mit ein.

Als Datenbanken nutzen wir PostgreSQL für die Prozesse und MongoDB für die Inhalte.

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