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Fliegl Logo in WeissDie Anwendung auf Laptop, Tablet und Smartphone

Von der Lagerhalle in die App

Das Fliegl Agro-Center ist der führende Online-Shop für landwirtschaftliches Gerät und Zubehör. Verkauft wird eine riesige Bandbreite, von Schrauben und Seilen bis hin zu Anbaugeräten, die man nicht einfach mal eben in den Kofferraum lädt. Und vieles davon stellt Fliegl gleich selbst her. Auf dem weitläufigen Gelände in Kastel befinden sich neben dem Onlineshop mit eigenem Lager auch eine Fertigung mit Planungsbüro und ein Fachmarkt, durch den Kunden mit dem Einkaufswagen laufen können.

Damit Artikel überhaupt verkauft und ausgeliefert werden können, müssen sie im Lager vorhanden und im ERP verbucht sein. Wie sie dann zum Kunden kommen, entscheidet, wer die Lieferung bearbeitet. Kleinere Direktkäufe laufen über den SB-Shop, wo Mitarbeitende mit mobilen Geräten unterwegs sind und direkt mit den Kunden sprechen. Größere Bestellungen wandern durch die Logistikkette: Kommissionierer und Staplerfahrer fahren durch meterhohe Lagerhallen, holen Artikel aus weitläufigen Regalreihen und bringen sie zur Packstelle, bevor die Ware per Spedition auf die Reise geht.

Bis wir ins Spiel kamen, lief das hauptsächlich über SelectLine, ein ERP-System, das zwar die nötigen Funktionen mitbringt, aber nicht für den Alltag von Menschen gemacht ist, die auf einem Stapler sitzen. Dazu gab es eine mobile App eines weiteren Herstellers, die schlicht in die Jahre gekommen war.

Web-App und mobile App nebeneinander
Gestapelte Ansichten der Auftragsverwaltung

Das ERP als Endgegner

Die beiden Bereiche, Lager und SB-Shop, arbeiten im Kern nach dem gleichen Prinzip. Sie nehmen Aufträge an, finden Artikel, lagern aus und dokumentieren.

Das Ziel war also nicht, das Rad neu zu erfinden und SelectLine zu ersetzen, sondern einen Schritt davor anzusetzen. SelectLine weiß schon, was ein Auftrag ist, was ein Artikel ist und wo er liegt. Das wollten wir nutzen und eine Anwendung bauen, die genau das zeigt, was man braucht, und genau das kann, was die Mitarbeitenden vor Ort tun müssen, ohne sich dabei erst durch die Masken eines komplexen ERP-Systems kämpfen zu müssen.

Erschwerend kam dazu, dass die Arbeitsbedingungen buchstäblich nicht alltäglich sind. Regale, die mehrere Stockwerke hoch sind. Barcodes, die man aus dem Stapler heraus einscannen muss. Eine Umgebung, in der wenig Zeit für Umwege ist.

Was drin steckt

Rollen und Rechteverwaltung – Nicht jeder sieht alles. Zugriffe lassen sich gezielt steuern, je nach Bereich und Aufgabe.

Disposition – Zeigt eine zentrale Übersicht aller eingehenden Aufträge, ist filterbar nach Lieferpool, Verfügbarkeit und weiteren Kriterien. Aufträge lassen sich direkt einem Kommissionierer zuweisen.

Leitstand – Bietet eine Echtzeitansicht aller Aufträge, die sich aktuell in Bearbeitung befinden, mit Status und Zuweisung.

Mobile Kommissionierung – Aufträge werden auf das Gerät des Kommissionierers übertragen. Lagerplatz und Artikel werden per Barcode-Scanner bestätigt. Entnahme bucht den Artikel direkt im ERP aus.

Umlagerung – Artikel lassen sich zwischen Lagerplätzen verschieben, mit durchgängiger Buchung in SelectLine, damit nichts verloren geht.

Druckfunktionen – Lieferscheine, Packzettel und Artikeletiketten lassen sich aus beiden Anwendungen heraus direkt anstoßen und auf Geräten in der Nähe drucken.

Inventur – Koordinierte Bestandsaufnahme über Web- und Mobile-App mit gleichzeitiger Beteiligung aller Mitarbeitenden.

Collage aus Ansichten der Web- und Mobile-App

Unsere Lösung

Das Ergebnis ist eine hybride Anwendung, die sich in eine Web-App und eine mobile App aufteilt. Die Web-App richtet sich vor allem an die Disposition und den Speditionsversand. Hier laufen alle eingehenden Aufträge auf, lassen sich filtern, priorisieren und zuweisen. Ein Leitstand zeigt in Echtzeit, welche Aufträge sich gerade in Bearbeitung befinden, wer daran arbeitet und wie weit der Stand ist. Sobald ein Auftrag abgeschlossen ist, lassen sich ein Lieferschein, Packzettel und Etiketten direkt aus der Anwendung heraus drucken. Die mobile App läuft auf den Geräten der Mitarbeitenden im Lager. Sobald ihnen ein Auftrag zugewiesen wird, erscheint er auf dem Display, inklusive Lagerplatz, Artikel, Menge und bei Verfügbarkeit sogar einem Foto des Artikels.

Über einen Barcode-Scanner mit 15 Metern Reichweite (die Regale sind nun mal hoch), wird erst der Lagerplatz, dann der Artikel gescannt. Ein Tipp auf "Entnehmen" bucht den Artikel in SelectLine aus und schließt den Auftrag für den Kommissionierer ab. Kein Rätselraten, kein Abtippen, kein Nachfragen. Neben der klassischen Auftragsbearbeitung unterstützt die App auch das Umlagern von Artikeln. Wer Platz schaffen muss oder Bestände zwischen Lagerplätzen verschieben möchte, lagert den Artikel aus, bringt ihn an seinen neuen Ort und kann ihn dort wieder einlagern. Die App begleitet diesen Vorgang lückenlos und stellt sicher, dass kein Artikel verloren geht, denn physisch vorhanden und buchhalterisch existent sind zwei verschiedene Dinge.