Prozessautomatisierung im Kraftwerk: BTB Berlin


Prozessautomatisierung für den Kraftwerksbetrieb
Electronic Data Exchange (EDE)
Die BTB Berlin ist der zweitgrößte Wärmeversorger der Hauptstadt und versorgt Tausende Haushalte und Unternehmen mit Energie. Seit einiger Zeit gehört sie zum E.ON-Konzern.
Damit ein Kraftwerk verlässlich läuft, braucht es jeden Tag einen Fahrplan. Der legt fest, wie viel Strom produziert wird. Klingt einfach. Ist es aber nicht. Wer zu viel produziert, muss den Überschuss irgendwie loswerden, im schlimmsten Fall bezahlt man sogar dafür, dass ihn jemand abnimmt. Wer zu wenig produziert, kauft teuer nach. Der Spielraum ist eng und die Datenmengen sind riesig.
Bis dahin hielt ein über Jahre gewachsenes Geflecht aus Excel-Tabellen, Datenbanken und Handarbeit alles zusammen. Das Team der Einsatzplanung holte Daten aus verschiedenen Quellen, bereitete sie auf und trug sie in andere Systeme ein. Jeden Tag. Änderte sich eine Quelle, ging die Bastelei von vorn los. Das hat funktioniert, aber es hat Zeit gekostet und Nerven.
Der Wunsch war deshalb klar. Die Abläufe sollten von allein laufen, und das Team wollte neue Datenpunkte selbst hinzufügen können, ohne jedes Mal einen Entwickler anzurufen.
Und das ist dabei rausgekommen
EDE ist eine Webanwendung, die den Datenaustausch rund um den Kraftwerksbetrieb übernimmt. Die Fachleute aus der Einsatzplanung legen darin fest, welche Daten woher kommen und wohin sie gehen. Ob täglich, alle drei Tage oder einmal pro Woche, den Takt hält EDE von allein.
Auf einen Teil sind wir besonders stolz, obwohl man ihn im Alltag gar nicht sieht. Jede Datenquelle bringt ihre eigenen Einstellungen und Regeln mit. Statt für jede davon eine eigene Eingabemaske zu bauen, erzeugt EDE die passenden Masken selbst. Kommt eine neue Quelle dazu, ist die Oberfläche gleich mit dabei.
Und wenn doch mal etwas hakt? Dann meldet sich EDE sofort beim zuständigen Team. Im besten Fall muss sich dort niemand mehr aktiv um die Abläufe kümmern.
Herausforderungen
Die größte Aufgabe war die Vielfalt der Datenquellen. Wetterdaten, Marktpreise und Planungswerte kommen aus ganz unterschiedlichen Systemen. Jedes ist anders dokumentiert, jedes hat seine Eigenheiten, und nicht mal alle rechnen mit derselben Zeitzone. Bevor EDE mit den Daten arbeiten kann, bringt es sie deshalb erst einmal in eine gemeinsame Form.
Dazu kommt, dass in der Energieversorgung zu Recht strenge Regeln gelten. Wir haben deshalb eng mit der IT der BTB zusammengearbeitet und uns an ihre Spielregeln gehalten.
Außerdem ist EDE unterwegs gewachsen. Geplant war ursprünglich ein Programm ganz ohne Oberfläche, das still im Hintergrund arbeitet. Je mehr das Team damit machen wollte, desto klarer wurde: Es braucht doch eine Oberfläche. Die erste Version haben wir mit Blazor gebaut und später auf Angular umgestellt. Ein Umweg, aber für ein System dieser Größe die bessere Grundlage.
Und dann war da noch E.ON. Mitten im Projekt wurde die BTB in den Konzern integriert. Neue IT-Regeln, neue Server, ein neues GitLab. Das alles lief nebenbei mit, und EDE lief weiter.
Zusammenarbeit, die sich gut anfühlt
Am meisten Freude hat uns die Zusammenarbeit mit dem Team der Einsatzplanung gemacht. Kurze Wege, schnelle Entscheidungen und ein Kunde, der uns vertraut und unseren Vorschlägen eine Chance gegeben hat. EDE war schon früh im echten Einsatz und wurde vom ersten Tag an genutzt. Ein besseres Zeichen dafür, dass wir das Richtige gebaut haben, kennen wir nicht.
